Mai 3 2020

Draussen hier und da und jetzt

Etwas Dschungel

Der Langen Rede kurzer Sinn: ich bin wieder mal überwältigt vom Frühling in der Hasenheide.

Etwas Dschungel mit Wasser

Natürlich, alle Jahre wieder. Stimmt. Trotzdem. Boah, das duftet

Flieder, volle Blüte

!

 

Schwer duftende Blüten

Ja, wir sollten zu Hause bleiben. Sind wir ja auch. Aber man verpasst ja was.

Wenn Bäume junge Blätter kriegen

 

 

Mai 3 2020

Welche Farbe hat das Virus?

Es ist nicht einfach, dieses „Social Distancing“, wobei ja eher „Physical Distancing“ gemeint war. Wir sitzen zuhause. Wir gehen mit dem Hund raus, wir gehen einkaufen. Wir sind dabei maskiert. Wir sind immer sehr, sehr ernst. Denn lachen geht gar nicht. Dazu ist die Situation viel zu bitterernst. Wir befassen uns mit Dingerchen, die wir, wenn wir ganz ehrlich sind, ja gar nicht so genau verstehen. Donald Trump hat ein Antibiotika gegen diese Dingerchen. Aber ich möchte mich nicht mit Trump vergleichen. Und ich möchte lachen. Seltsamerweise ist es nicht lustig, über Trump und sein Antibiotika gegen Viren zu lachen. Lustiger war schon die leicht entnervte Mitteilung des Robert-Koch-Instituts, dass das Coronavirus NICHT grün sei.

Lockdown sollte wie Ferien in Balkonien sein. Man sitzt zuhause, im Kreise der Lieben. Man sollte sich geniessen, immerhin ist das wie nicht arbeiten gehen, wenn man doch arbeiten sollte. Eine verbotene Frucht, die man unbedingt kosten sollte. Nun ist diese Frucht auf Dauer für alle Beteiligten im besten Fall langweilig, offenbar kann sie auch ausgesprochen bitter werden. Mühsam daran ist, dass die Dame des Hauses nicht ungestört popeln kann, ohne dass das Kind des Hauses angeekelt aus der Wäsche guckt.

Schnitt Hohlerde mit Stau- und Technikräumen

Und weil ich nicht immer „Zombie Tsunami“ und „Angry Bird 2“ spielen kann, weil das ebenfalls langweilig ist, kritzle ich halt was. Wer sich jetzt auf Kunst freut, muss nicht weiterlesen, denn Euch erwartet keine Kunst. Ich denke über Dinge nach, die so blöd sind, dass sie schon wieder faszinierend sind. Und deswegen, so dachte ich mal, ist es notwendig, dass ein Schnitt der Flacherde und ein Schnitt der Hohlerde gezeichnet wird. Beides sind Konstrukte, die irgendwie……..naja. Aber ich war gerade in der Stimmung. Und da in der Hohlerde Menschen oder Ausserirdische leben, brauchen sie Stauräume. Und für das Fortkommen einen Antrieb. Der Schwachpunkt allerdings ist: Was gabs für einen Antrieb, ehe der Mensch da reingefummelt hat? Aber da gabs sicher „eine alte Hochkultur“, vermutlich ja Ausserirdisch.

Schnitt Flacherde mit Antrieb in der Geographie
April 21 2019

Ostergeschichte

Der Geier vor mir räusperte sich gedämpft; wie eigentlich alles in diesem Raum gedämpft schien. Das Licht, die Stimme, die Stoffe an den Wänden, die Stimmung, die Schritte der Angestellten. Der Geier vor mir blickte mich fragend an und murmelte: „Eine wirklich schöne Idee, die Eltern auf ewig zu vereinen. Gerade Einzelkinder wünschen sich oft, die Eltern auf dem Kamin stehen zu haben, in Form eines wunderbaren Steins. Diese Dienstleistung gibt es auch für Tiere, aber das ist wohl nicht dasselbe; nur den liebenden Eltern steht es zu, jeden Tag auf einem Ehrenplatz bewundert zu werden“ fügt er scheinheilig hinzu und überreicht mir das Kästchen mit dem funkelnden Stein, zuvor legt er das Kästchen in einen Samtbeutel. Es ist dunkelgrün und trägt den Namen des Bestattungsinstituts. „Sie haben die richtige Entscheidung getroffen.“ Ich nicke, betrübt, und denke an die schmerzhaften Ratenzahlungen für diesen Stein. Der Geier raschelt zur Türe, öffnet sie mit einer leichten Verbeugung.

Meine unter sechzigtausend Bar eingeschmolzenen Eltern in der Tasche betrete ich den Vorplatz des Bestattungsinstituts. Sie lernten zu spät, was Druck ausüben bedeutet. Meine Ersparnisse gingen für diese Diamantbestattung drauf. Meine Rache war posthum. Ich freute mich wie ein kleines Kind. Jetzt würden sie lernen, dass Design wichtig sein konnte; aber vielleicht nicht so wichtig, wie das Kind, das sie nicht mehr haben wollten, als es älter wurde. Im Internet hatte ich einen Goldschmied gefunden, dessen Spezialität es war, Eltern in Ringe zu fassen, deren Form Mode war im Geburtsjahr des Verstorbenen. Hier hatte ich mich für ein stein- und protzverkrustetes Monstrum aus dem Jahre 1950 entschieden. Der farblose Diamant sollte in Gelbgold gefasst werden, ein Material, das sie immer mit minderwertigen und geschmacklosen Menschen, die sich leicht blenden liessen, gleichstellten. Der Diamant würde mit Aquamarinsplittern umfasst werden. Aquamarinsplitter konnte ich mir gerade noch leisten; sie sollten meine ungetrösteten Tränen darstellen. Wenn dieser Ring dann fertiggestellt sein würde, dann, endlich, würden sie von ihren Vorurteilen geheilt. Dazu hatte ich eine Vereinbarung mit einem Pfandleiher vom Herrmannplatz getroffen, der diesen Ring in die Ecke stellen würde, neben dem silbernen Zwei-Franken-Stück aus dem Jahre 1968. So konnten sie die verhassten Ausländer jeden Tag und jede Nacht beobachten. Ihr verdienter Ehrenplatz.

Beschwingt, die Luft so sauber und die Sonne so schön scheinen zu sehen, fahre ich mit meinem klapprigen Rad durch die frischgewaschene, freundlich aussehende Welt, die mir nichts mehr tun konnte.

 

 

Februar 17 2019

Lou Reed ahnte sowas ja im Voraus

https://www.youtube.com/watch?v=lPkVt7U0Gvs

Ja, klickt es an; so war mein Lebensgefühl. Ich fahre nach Hagen, an die Postervorstellung! Unser Poster!

Ich komme mal raus! An die Luft. Raus aus der Stadt. Unsere Arbeit (revolutionär übrigens!) wurde an der Uni vorgestellt. Validierung des EPA-SF deutsch. Und wie ich so bin, wollte ich rechtzeitig da sein. Deswegen habe ich mir den Zug rausgesucht, der auch wirklich rechtzeitig da ist. Um 10:00 sollte es losgehen. In Hagen. 9:21 ist mein ICE da. Dann kann ich noch den Bus nehmen. Alles super. Schöne Kleidung, neue Frisur, Schmuck, schöne Schuhe. Alles perfekt.

Der Busfahrer in Berlin hatte um 4:20 keenen Bock, mir ein Ticket zu verkaufen – „ick fah sowieso zum Bahnhof“ und mit einer laxen Handbewegung lädt er mich ein, mich da hinzusetzen und dem Blick auffe Straße – meinen Mund zu halten. Die Reise beginnt gut.

Mein Zug hatte 21 Sekunden Verspätung; eine lässliche Sache. Ein ICE, der irgendwann geteilt werden sollte; die eine Hälfte fährt nach Köln, die andere Hälfte fährt nach Düsseldorf. Ich steige – gewarnt – in die Kölner Hälfte ein. Da wiederum bin ich so geschickt, mich direkt in den Speisewagen zu setzen, und vergnügt mein Frühstück zu bestellen, denn Reisen ist eine Kunst, die man beherrschen sollte.

Ich sitze also in der Düsternis, und fahre mit einem Affenzahn ins Dunkel hinein, und frage mich, wie das so ist mit dem Sonnenaufgang und der Geschwindigkeit, wer wohl schneller ist. Unser nächstes Ziel ist Hannover. Die Mucke meiner Wahl war AC/DC – T.N.T. Ich konnte Bäume ausreissen. Ich war cool. Und dann blieb der Zug stehen.

Es ist nichts, dachte ich nervös. Ein Signal auf der Strecke.  Ich hab 40 Minuten Luft. Es knackt, der Lokführer meldet sich. „Es tut mir furchtbar leid, meine Damen und Herren, ein Leichenfund auf den Geleisen, die Polizei ist vor Ort und der Staatsanwalt gibt die Geleise nicht frei. Es kann sein, dass wir in 5 Minuten weiterfahren, oder aber, dass wir noch in 2 Stunden hierstehen“. 5 Minuten später rollen wir weiter; Hannover ist nicht mehr fern.

In Hannover stehen wir dann 40 Minuten blöd rum. Das gibt wiederum einer Horde besoffener Fussballfans die Gelegenheit, mit uns mitzufahren. Ich entscheide mich, auf Klo zu gehen, ehe die ersten Biere am Boden kleben. Mein Blick fällt auf den Monitor mit den anzufahrenden Bahnhöfen. Da steht Bielefeld – Hamm – Hagen – Köln. Ich bin entsetzt. Ich frage meinen Kellner, warum und überhaupt und  ich muss doch nach Hagen?!? Er lacht mir ins Gesicht. „Willkommen in meiner Welt. Darum ist es gut, wenn die Familie überall verteilt ist. Man weiss nie, wo man Feierabend macht.“ Er ergänzt: „Keine Panik, sie können bestimmt umsteigen; Hinter uns fährt ein Zug nach Köln, den können sie nehmen.“ Die Schaffnerin kommt; sie rät mir, in Bielefeld in den IC nach Köln umzusteigen. „Der fährt“, sie deutet mit dem Daumen über ihre Schultern, „10 Minuten hinter uns“. Schade, eigentlich liebe ich es, ICE zu fahren. Aber egal. Dann bin ich die Fussball-Fans los. Mein Hinweis, dass ich bereits im Zug nach Köln sitze, schmettert sie mit einem bösen Blick ab. „Die ICE-Geleise sind von einem Erdrutsch bei Wuppertal betroffen. Die anderen Geleise nicht.“ ergänzt sie, mit einem Seitenblick auf meine offensichtliche Panik. Ich bin geschlagen, ich weiss, wann ich verloren habe. In Bielefeld steige ich aus, zusammen mit den Fussballfans. 10 Minuten später steigen wir alle (in den pünktlichen) IC nach Hagen. Und die besoffenen Fussballfans entwickeln sich mehr und mehr zu Hooligans. Der ICE, der mit 40 Minuten Verspätung von Bielefeld nach Köln hätte fahren müssen, fiel aus. Dafür fuhr ein ICE ausserfahrplanmässig nach Düsseldorf. Ich denke an Philipp Maloney, den versifften Detektiv des Schweizer Radiosenders. Der hätte jetzt „So geht das!“ gesagt.

Hagen. Hügel und Flüsse, sauber. Zäune. Busse, die effizient und pünktlich an, und abfahren. Offensichtliche Ausländer sitzen auf und neben den Bänken am Rand des Busbahnhofs, betrachten scheu andere Leute. Sieht aus wie das Dorf, das wir verlassen hatten, um in Berlin zu wohnen. Offenbar ein anderes Klima als in Berlin. Berlin beginnt mir schmerzhaft zu fehlen. Ich betrachte die Busfahrpläne. Wie spät ist es jetzt? 11:05, aha. Scheisse. Aber wenigstens n bisschen krieg ich noch mit. Ich frage einen Buschauffeur, welchen Bus ich nehmen muss, zur Fernuni. „Da nehmen sie die Fünfzehn! Hier!“ Und er schliesst die Türe vor meiner Nase. Hier? Ich betrachte die Fahrpläne. Ich sehe keine 15. Doch da fährt ein Bus vor. 327 über Fernuni steht da vorne drauf. Ich bin selig, vielleicht schaffe ich es ja noch rechtzeitig zur Postervorstellung.  Wir fahren los. Unser Busfahrer kennt nur Vollgas und Vollbremsung. Der Bus ist gefedert und mir wird schlecht. Wir hüpfen von Bodenwelle zu Bodenwelle, Küssen abwechselnd das Fenster oder die Stange, an die ich mich so stark klammere, dass ich weisse Knöchel davon kriege. Bei einem Friedhof fährt er voll Schmackes hinter ein auf der Strasse geparktes Auto, dass ich mich plötzlich fragte, ob mein Buschauffeur betrunken ist. Wir hüpfen von Hügelchen über Tälchen zu Hügelchen, und ich betete um ein baldiges Treffen des Hügelchens mit der Fernuni. Kurz vor 12 trafen wir das richtig Hügelchen.

Ich stieg aus.  Ich stand vor der Uni, die gar nicht so gross ist, wie ich dachte, dass sie es ist. Aber es war Samstag, kein Schwein war hier, und ich wusste nicht, in welchem Institut diese Postervorstellung stattfindet. Da die Psychologen seit kurzem ihre eigene Fakultät haben, (aber kein Fakultätsgebäude) versuche ich es bei dem Institut für Kultur- und Sozialwissenschaften. Ich hatte Glück. Und beim hineinrennen höre ich gerade, wie meine Betreuerin sagt: „Das war alles, meine Damen und Herren, wer hat noch Fragen?“

Ich hörte mir die anderen Plakate an. Ausserdem betrachtete ich die Schuhe meiner Lehrer, Betreuer und Kommilitonen. Die Studenten hatten sich aus den Überlegungen sorgfältiger Karriereplanung in Schale geworfen. Was in meinem Fall bedeutete, dass ich bereits 9 Stunden Highheels trug. Mir taten die Füsse weh, und meine Knie knirschten bedrohlich. Gegen 13:00 gingen wir. Ich zog die verdammten Schuhe aus. Auf der Strasse kam mir ein Statistik-Betreuer entgegen, und rief mir zu: „Da unten fehlt etwas!“ ich rief zurück: „Nein, darauf warte ich seit 2 Stunden!“ Er lachte schallend, der kalte Boden tat gut. Mein ICE (die Geleise von Köln nach Hagen waren nicht verschüttet) kam pünktlich. Ich freute mich auf Berlin. Diese Zugfahrt sollte noch schwieriger werden.

In Hamm kamen wir mehr oder weniger pünktlich an. Aber dann fuhr der Zug Schritttempo, das Mikro knackte: „Sehr geehrte Damen und Herren, es halten sich Leute auf den Geleisen auf, wir müssen sie erst fortjagen“ Ich nahm mir Zeit, Einstellungen an meiner Handkamera auszuprobieren.

der Zug fuhr weiter. Wir schleppten uns durch kleine Dörfer mit seltsamen Namen. Sie bestanden aus grellem Licht, Industrieromantik, Rost. Die Türme klangen im Wind bestimmt wie meine Knie. Dann fuhren wir los. Flott, bestimmt, es geht voran. Um dann erneut stillzustehen.

Irgendwie haben wir es dann geschafft und sind weitergefahren. In Hannover, so hiess es, würden wir umgeleitet, wegen irgendwas (ich vermute, wegen dem Staatsanwalt). Unser Lokführer sagte also, erstens, dass alle Züge durchfahren würden. Nächster Halt nach Hannover ist Berlin Hbf. Und zweitens sind alle Anschlusszüge abgefahren. Der Lokführer sagte das auch auf englisch, der arme Kerl, ein gebrochener Mann. Er gab alle Züge an, die abgefahren sind. Stellvertretend empfehle ich Euch das anzuhören, es ist leichter: https://www.youtube.com/watch?v=ygNAnIG8g_E

Ich lag im Zug, müde und liess meine Augen sehen. Passivgucken. Sie schauen sich was an und melden, wenn es etwas zu sehen gibt. Sie meldeten, dass es zwar nichts zu sehen gibt, aber dass die Werbung der Bahn ganz schön unverschämt ist, vor allem, wenn man sich überlegt, dass sie auf Kosten des Bahnpersonals läuft. Aber seht selbst:

mehr KomfortZeit. Mit unseren Services für Sie in diesem ICE. So kann man es auch formulieren. Der Kaffeebarmann kochte Kaffee und lief im Zug herum, aktiver Kaffeeverkauf. Die Zugführerin kam mit einer riesigen Dose Gummibärchen und beschenkte die letzten Reisenden von Hannover nach Berlin.

Meine zusammenfassende abschliessende Meinung zur Deutschen Bahn ist ist komplex. Ich fahre gerne mit der Bahn. Wirklich. Mir fehlt die SBB. Das Zugpersonal der DB ist genauso bemüht wie ich das von der SBB her kenne. Der Lokführer ist gefahren wie ein Irrer und hat auf der Strecke Hannover-Berlin 30 Minuten gutgemacht. Das Bild, das Eisenbahner von sich und der Eisenbahn haben, ist vermutlich überall gleich. Und wenn dieses ideal nicht eingehalten werden kann, leidet das Zugpersonal.

Mein Vorschlag ist die Rück-Verstaatlichung der DB, und eine Weiterbildung zum Thema Zeit- und Zugmanagement bei der SBB. Vielleicht könnte sich die Bahn mit dem Konzept des GA anfreunden? Weil das, was ihr jetzt habt, quält alle.

 

November 28 2017

Swissness und Drogen

es ist windig und kalt, und seit ein paar Tagen Brauche ich geschmolzenen Käse. Gänse fliegen nach Afrika, das ist eben so. Heute kam es endlich dazu. Freitagabend, Wochenende.
Doch es gab Angstmomente. Zum Beispiel, als es in der Wohnung mehrfach dunkel wurde, nachdem der Stecker des “Racletteofens” in die Nähe einer Steckdose (Schlafzimmer, Gang und Wohnzimmer) kam. Oder auch, als ich sah, wie wenig Raclettekäse 426g eigentlich ist. Reicht das für 2 Personen? Oder als sich die Senffrucht-Kirschen als irgendwie nicht so Senffruchtig, sondern eher marzipanartig herausstellten. Aber so ist das Leben im Exil eben, da muss man improvisieren.

Wichtig bei Raclette ist das Setting–> womit wir bei den Drogen sind. Es gibt mehrere Arten, Käse zu verdauen. Mit Hilfe von Schnaps, was in der Regel ein “Kirsch” erledigt. Oder Schwarztee. Geht auch. Und Kümmel (als Gewürz auf dem geschmolzenen Käse)
Raclette isst man in der Schweiz. Berlin ist nicht in der Schweiz. Keine Alpenluft, zuwenig Kühe, alles Scheisse. Das Setting ist nicht passend, die Abwehrkräfte der Inneren Organe sind unvorbereitet. Eigentlich dachte meine Leber, es gäbe wieder sowas luftiges, veganes, wobei sie natürlich nicht übertrieben doll arbeiten muss, dass faule Teil. Hat sie sich gedacht. Deswegen sollten Lebern nicht denken.
Die Leber meiner Tochter hat sich nach zwei bis drei Käsescheiben mit dem Magen zusammengetan, und sie bat um Auszeit. Mein Göttergatte hat sich als Veganer natürlich von Käse ferngehalten, um der Swissness halber trank er Kirsch zu den Kartoffeln.
Also hab ich mich um den restlichen Käse gekümmert.
Meine Galle scheint nicht anwesend zu sein, mein Magen ballt sich zum Unspunnenstein. Mir ist nicht mal schlecht. Aber ich hab schrecklich Bauchschmerzen.
Nichtsdestotrotz, ein Raclette braucht ein Loblied, deswegen ist es etwas mehr Text geworden als nur Foodporn

August 2 2015

Seifenlauge, der Drink für meine Freundin und alle Träumer ❦❤❦

So, nehmt Euch eine Bowle oder ein Stahldings, in dem ihr Mixen könnt, oder eine Mixmaschine.

tut hinein:

  • 4dl Mandelmilch
  • 6 frische Feigen
  • 3 Äpfel
  • 4 TL getrocknete Lavendelblüten
  • bisschen Spinat

 

und jetzt macht es klein, häckselt wie verrückt und ihr werdet überrascht sein, dass man ausser dem Lavendel ÜBERHAUPT nichts schmeckt. Und deshalb ermuntere ich Euch, völlig ungehemmt Schnaps  hineinzukippen, ( Feigling, Gin, Pfeffi hat ne Chance, passt aber nicht so, es sei denn, ihr wollt riechen wie ein Badezimmer) wenn ihr ein Zweitaroma herausschmecken möchtet. Hab ich nicht gemacht, aber ein Versuch ist es Wert. Und denkt während des Trinkens an Laura Ashley  (Das ist die mit den englischen Blümchen)

Cheers

März 16 2015

Geldadel

Kultivierte sind heute vorne mit dabei, mit der Geldheuchelei ist’s endgültig vorbei

Der Euro ist tot, jetzt suchen wir Alternativen, und Kunst ist immer ne sichere Nummer

Miese Politiker sammeln Anker

Keiner davon ein Punker

Punk ist schlecht, Punk ist laut, Punk, Punk, Punk, oioioi

Gute Kunst erkennt man am Preis, erst wenn man den weiss, kann man Kunst erkennen

unreinen Seelen ein Kunstwerk zum Höchstpreis weggekauft, wo könnten *die* Banksy aufhängen?

Von den Sexguns hast du schon gehört, und Rothkos Texte unerhört

Punk ist schlecht, Punk ist laut, Punk oioioi

Punk ist keine Kultur

Auch Architektur ist keine Kultur, das kannst du sogar  Beweisen

denn die Leute aus den guten Kreisen, haben in Kunstausstellungen in Museen

noch nie welche gesehen.

Du bewohnst ein teures Haus an toller Lage

ob es gute Architektur ist, das stelle ich in Frage

Angenommen, es wäre kaputt und alt, liesse es dich kalt.

auch wenn die Proportionen perfekt wären

du könntest es nicht mal registrieren

Punk ist schlecht, Punk ist laut oioioi

Deine Tochter wollte dich damals etwas lehren, und du wolltes es nicht hören

sie zog sich seltsam und billig an und schrie: „scher dich um deinen eigenen kram!“

sie war doch immer so schön angezogen, man konnte sie immer so gut vorzeigen

ihr Wesen war zerbrechlich und zart,doch das war dir nie etwas Wert

Mit der Zeit konntest Du sie nicht mehr kaufen und war deshalb zu nichts mehr zu gebrauchen

Punk ist schlecht, Punk ist laut, oioioi

Was dich jetzt nicht mehr interessiert

Sie lebt mit Punks und Hunden

letztere Mischlinge und undressiert

Herkunft und Vergangenheit kennt kein Schwanz

Wichtig nur das Hier und Jetzt

Soeben lernt sie, das es das gibt

Das man ohne Geld jemanden liebt

und dafür nie ne Rechnung kriegt

Punks sind cool, Punks sind toll

Du armseliger Familienobertroll!

 

 

 

 

März 16 2015

Needle Park

Schatten von Bäumen

Gruppen von Jungen

Wagen von Bullen

Bleib nicht stehen, geh weiter

Du willst das nicht sehen, geh weiter

Zuckende Leiber

rollende Augen

hängende Zungen

Bleib nicht stehen, geh weiter

Du willst das nicht sehen , geh weiter

eine Wand aus Blaubestrumpften

„überprüfen“, schlagen, beschimpfen

Bleib nicht stehen, geh weiter

Du willst das nicht sehen, geh weiter

Nadeln, Spritzen, Löffel, Feuer, Zitronen

Junkies am Boden, Bullen am Treten

Bleibt nicht stehen, geht weiter!

Ihr habt nix gesehn, Geht weiter!

 

März 16 2015

HARTZ IV (von rocknrolla für ulli und samara)

Ich wollte Euch was schenken

doch Ihr bezieht Hartz IV

wollte Euch ne Freude machen

doch Ihr bezieht Hartz IV

 

denn ihr könnt euch mein Geschenk nicht leisten

deshalb bin ich so frei und werde mich erdreisten

und schenk Euch dieses Lied

 

ihr müsst jeden Cent rechtfertigen

schliesslich bezieht ihr Hartz IV

solltet Abrechnungen vorlegen

schliesslich bezieht ihr Hartz IV

 

mehr will euch der Staat nicht helfen

ausser euch die Kinder abzunehmen

denn ihr könnt nicht für sie sorgen

 

denn ihr bezieht Hartz IV

 

ich weiss, ihr seid klug und weise

jede hat mir geholfen, rauszukommen aus der Scheisse

Gratis, trotz Hartz IV!